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Fronleichnam damals in Roden

Fronleichnahm ist ein Fest der katholischen Kirche, bei dem die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird.
Die katholische Kirche feiert an diesem Tag den Glauben, dass Jesus Christus in Form von Brot (Hostie) und Wein im Abendmahl real und leiblich gegenwärtig ist. Das Fest knüpft an das letzte Abendmahl am Gründonnerstag vor Ostern an. Da die Karwoche vor Ostern jedoch eine stille Trauerzeit ist, wird das prunkvolle Fest im Frühsommer nachgeholt.
Nach einem Gottesdienst zog die Gemeinde in einem Festzug mit Vereinen, den Kommunionkindern des aktuellen Jahres in Begleitung eines Musikvereines durch die Straßen. Der Priester trägt dabei die gewandelte Hostie in einer Monstranz unter einem Stoffbaldachin, dem sogenannten „Himmel“ durch die Straßen. Früher gab es in Roden vier Außenaltäre. An jeder Station wurde Halt gemacht um aus dem Evangelium vorzulesen und den Segen in alle Himmelsrichtungen zu spenden.
Die Anwohner schmückten ihre Häuser feierlich mit Fahnen, religiösen Figuren und Blumen in den Fenstern. Auf den Bürgersteigen steckten Prozessionsfähnchen an Holzstäben im Boden, und vor einigen Häusern waren sogar kleine private Altäre aufgebaut.
Die Prozessionswege wurden mit frisch gemähtem Gras bestreut. Direkt vor den Außenaltären waren kunstvolle Blumenteppiche, die aus unzähligen einzelnen Blüten zu religiösen Bildern oder Schriften von den Helfern gelegt. Neben den Altären standen links und rechts Birkenbäumchen. Nach dem Weg durch die Straßen und dem Halt an allen Stationen fand der feierliche Abschluss der Prozession in der Kirche statt.
Das Fronleichnamsfest von damals mit seinen vier Altären gehört heute der Vergangenheit an. Priestermangel, größere Seelsorgeeinheiten und vor allem das Fehlen von freiwilligen Helfern für den aufwendigen Aufbau haben dazu geführt, dass die Prozessionen heute meist nur noch an einer einzigen Station haltmachen.

DER URSPRUNG VON FRONLEICHNAM

Bestätigung durch das Konzil in Trient (1545-1563) Einführung in der Diözese Lüttich (Belgien)erste Fronleichnamsprozession in Köln in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts Feier am Sonntag nach dem Dreifaltigkeitssonntag Festlegung des Termins durch Papst Urban IV (1261-1264)Fronleichnam = lebendiger Leib Martin Luther: Fronleichnam = das „allerschändlichste Jahrfest“ = Gotteslästerung Prozession durch die Straßen mit einer Monstranz

Fronleichnam kommt vom Mittelhochdeutschen „fron“ und bedeutet„Herr“. „lichnam“ hat die Bedeutung von „lebendiger Leib“. Gefeiert wird Fronleichnam am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag,also zehn Tage nach Pfingsten, zur besonderen Verehrung des Altarsakramentes. Es ist ein katholisches Fest. Denn die Katholikenglauben ja an eine Gegenwart Christi während der Eucharistie.

Dadurch ergeben sich entsprechende Traditionen, wie die Prozession durch die Straßen mit einer Monstranz, die eine Hostie als sichtbares Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi enthält. Derartige Prozessionen können auch auf dem Wasser durchgeführt werden, wie. B. in Köln-Mülheim, in Duisburg oder im Schweizer Kanton Luzern. [1]

Traditionell endet eine Fronleichnamsprozession mit einem feierlichen Gottesdienst, der gern unter freiem Himmel abgehalten wird.

Der Feiertag erinnert als Fest des Leibes und Blutes Jesu Christi an die Einsetzung der Eucharistie als Opfer (Altarsakrament). Der hiereigentlich passendere Feiertag wäre der Gründonnerstag gewesen, wurde aber wegen der Passionswoche an das Ende der Osterzeit gelegt.

Erzdiakon Robert von Lüttich führte aufgrund von Visionen der Augustinernonne und Mystikerin Juliana von Mont Cornillon das Fest 1246 in der Diözese Lüttich (Belgien) ein. Nach Überlieferungen soll Jesus Christus der Nonne durch das Symbol des Halbmondes das Fehlen eines Festes zum Eucharistie-Sakrament gezeigt haben. [2]

Papst Urban IV (1261-1264) legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII (1316-1334) sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abendländischen Kirche begangen wird. Die erste Fronleichnamsprozession fand in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in Köln statt. Die Wege mit den Stationen der Pro-zession sind durch Fahnen und Blumenteppiche geschmückt. [1]

Das Konzil von Trient (1545-1563) bestätigte das Fronleichnamsfest nach der allein die römisch-katholische Kirche die Verfügung über die Eucharistie habe. Unter dem entarteten Protestantismus demonstrierten fortan die Katholiken mit großem Aufwand ihren rechten Glauben in dem ganzen Land. Die Gläubigen zogen singend und betend mit den Fahnen, den Schellen und dem Weihrauch durch Stadt und Flur, um hiermit das Allerheiligste, also den Leib Christ, der durch die Hostie symbolisiert wird, zu begleiten. Fronleichnam war und ist ein steter Zankapfel zwischen Katholiken und Protestanten. Schon der Reformator Martin Luther bezeichnete das Fest „Fronleichnam“ 1527 sogar als das „allerschädlichste Jahrfest“, da ihm ja die Grundlegung in der Bibel fehlte und er Prozessionen grundsätzlich als Gotteslästerung ansah. [2]

ANMERKUNGEN KATHOLISCH A-Z (Das Handlexikon), Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite
87.

[2] Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage Religiöse und nationale Feiertage weltweit), Chronik Bertelsmann, Wissen Media Verlag Gütersloh/München 2009, die Seiten 42 + 43.

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