Kategoriearchiv: Geschichte

DER URSPRUNG VON FRONLEICHNAM

Bestätigung durch das Konzil in Trient (1545-1563) Einführung in der Diözese Lüttich (Belgien)erste Fronleichnamsprozession in Köln in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts Feier am Sonntag nach dem Dreifaltigkeitssonntag Festlegung des Termins durch Papst Urban IV (1261-1264)Fronleichnam = lebendiger Leib Martin Luther: Fronleichnam = das „allerschändlichste Jahrfest“ = Gotteslästerung Prozession durch die Straßen mit einer Monstranz

Fronleichnam kommt vom Mittelhochdeutschen „fron“ und bedeutet„Herr“. „lichnam“ hat die Bedeutung von „lebendiger Leib“. Gefeiert wird Fronleichnam am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitssonntag,also zehn Tage nach Pfingsten, zur besonderen Verehrung des Altarsakramentes. Es ist ein katholisches Fest. Denn die Katholikenglauben ja an eine Gegenwart Christi während der Eucharistie.

Dadurch ergeben sich entsprechende Traditionen, wie die Prozession durch die Straßen mit einer Monstranz, die eine Hostie als sichtbares Zeichen für den Glauben an die Gegenwart Christi enthält. Derartige Prozessionen können auch auf dem Wasser durchgeführt werden, wie. B. in Köln-Mülheim, in Duisburg oder im Schweizer Kanton Luzern. [1]

Traditionell endet eine Fronleichnamsprozession mit einem feierlichen Gottesdienst, der gern unter freiem Himmel abgehalten wird.

Der Feiertag erinnert als Fest des Leibes und Blutes Jesu Christi an die Einsetzung der Eucharistie als Opfer (Altarsakrament). Der hiereigentlich passendere Feiertag wäre der Gründonnerstag gewesen, wurde aber wegen der Passionswoche an das Ende der Osterzeit gelegt.

Erzdiakon Robert von Lüttich führte aufgrund von Visionen der Augustinernonne und Mystikerin Juliana von Mont Cornillon das Fest 1246 in der Diözese Lüttich (Belgien) ein. Nach Überlieferungen soll Jesus Christus der Nonne durch das Symbol des Halbmondes das Fehlen eines Festes zum Eucharistie-Sakrament gezeigt haben. [2]

Papst Urban IV (1261-1264) legte 1264 fest, Fronleichnam am zweiten Donnerstag nach Pfingsten zu feiern. Papst Johannes XXII (1316-1334) sorgte 1317 dafür, dass das Fest in der ganzen abendländischen Kirche begangen wird. Die erste Fronleichnamsprozession fand in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in Köln statt. Die Wege mit den Stationen der Pro-zession sind durch Fahnen und Blumenteppiche geschmückt. [1]

Das Konzil von Trient (1545-1563) bestätigte das Fronleichnamsfest nach der allein die römisch-katholische Kirche die Verfügung über die Eucharistie habe. Unter dem entarteten Protestantismus demonstrierten fortan die Katholiken mit großem Aufwand ihren rechten Glauben in dem ganzen Land. Die Gläubigen zogen singend und betend mit den Fahnen, den Schellen und dem Weihrauch durch Stadt und Flur, um hiermit das Allerheiligste, also den Leib Christ, der durch die Hostie symbolisiert wird, zu begleiten. Fronleichnam war und ist ein steter Zankapfel zwischen Katholiken und Protestanten. Schon der Reformator Martin Luther bezeichnete das Fest „Fronleichnam“ 1527 sogar als das „allerschädlichste Jahrfest“, da ihm ja die Grundlegung in der Bibel fehlte und er Prozessionen grundsätzlich als Gotteslästerung ansah. [2]

ANMERKUNGEN KATHOLISCH A-Z (Das Handlexikon), Verlag Herder, Freiburg (Breisgau) 2009, Seite
87.

[2] Die wichtigsten Gedenk- und Feiertage Religiöse und nationale Feiertage weltweit), Chronik Bertelsmann, Wissen Media Verlag Gütersloh/München 2009, die Seiten 42 + 43.

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Muttertag

1858: Mother’s Work Day1908: Allgemeiner Gedenktag für alle Mütter1910: Einführung des Muttertages als Gedenktag im US-Bundesstaat West-Virginia1914: staatlicher Feiertag in den USA1923: offizielle Feier des Muttertags in Deutschland1933: Muttertag wird durch die Nationalsozialisten zum Feiertag 2. Sonntag im Mai (Präsident Wilson)Anna Maria Jarvis (1864-1948) Etablierung durch den Verband der Deutschen Blumengeschäftsinhabe rExport durch die Heilsarmee nach Europa Göttermutter Kybele als Magna Materim Wettbewerb zum Internationalen Frauentag am 8. MärzJulia Ward Howe (1819-1910) Mutterkult in Griechenland und Kleinasien: Kybele und Rhea
1892 forderte die Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Julia Ward Howe, in den USA einen nationalen Feiertag für die Mütter einzuführen, um die Mütter gemeinsam gegen den Krieg zu mobilisieren. Später nahm Anna Marie Jarvis (1864-1948) aus Philadelphia diese Idee wieder auf. [1] im Jahre 1908 rief diese Frau in den USA zu einem „General Memorial Day of all Mothers“ („Allgemeinen Gedenktag für alle Mütter“) auf. Sie wollte
hier ursprünglich an ihre eigene Mutter erinnern, die am zweiten Sonntag im Mai des Jahres 1905 gestorben war. Annas Mutter war ebenfalls eine Frauenrechtlerin gewesen und hatte schon 1858 einen „Mother’s Work Day“ organisiert. Anna Jarvis selbst blieb ledig und hatte keine Kinder. [2]
1910 wurde der Gedenktag schließlich im Bundesstaat West-Virginia eingeführt, andere Bundesstaaten folgten. [1] Schließlich erklärte der US-Kongress 1914 den Muttertag zum staatlichen Feiertag. Präsident Wilson legte diesen Tag offiziell auf den zweiten Sonntag im Mai. Er sollte als „öffentlicher Ausdruck unserer Liebe und Verehrung für die Mütter unseres Landes“ begangen werden. Die Heilsarmee brachte diesen Gedenktag nach Europa.
Dank der Werbekampagnen der Blumenzüchter und Floristen konnte sich der Muttertag etablieren. Die Schweiz übernahm ihn 1917. In Deutschland feierte man den Muttertag 1923 zum ersten Mal offiziell und bemühte sich noch 1926 mit begrenztem Erfolg um die staatliche Anerkennung. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er schließlich 1933 zum Feiertag erklärt. [2] Richtig etabliert hat ihn allerdings der Verband der Deutschen Blumengeschäftsinhaber. [1]
In Griechenland und Kleinasien gab es schon im Altertum einen Mutterkult. Der Gedenktag für die Göttermütter Kybele und Rhea wurde an den Iden des März (Mitte März) gefeiert. „Kybele“ war die „Große Mutter“ der kleinasiatischen Küstenvölker. Sie war zugleich Muttergottheit und die Fruchtbarkeitsgöttin. Als Mutter der olympischen Götter wurde „Rhea“ mit der kleinasiatischen Göttermutter Kybele (Magna Mater) gleichgesetzt. [3]
Der Muttertag steht heute im Wettbewerb zum Internationalen Frauentag, der am 8. März gefeiert wird. Im Westen Deutschlands hatte sich aber der Muttertag als der nationale Frauentag durchgesetzt. Im Osten Deutschlands hat der Internationale Frauentag als sozialistisches Erbe einen höheren Stellenwert.
ANMERKUNGEN
[1] Die wichtigsten Feier- und Gedenktage (Religiöse und nationale
Feiertage weltweit), Bertelsmann Chronik, wissenmedia Verlag,
Gütersloh/München 2009, Seiten 201 + 202.
[2] Hans-Peter Ebert, Festtage zum Nachlesen (Hintergründe zu Zeitrechnung und Brauchtum), DRW-Verlag, Leinfelden-Echterdingen 2001, Seite 86.
[3] LEXIKON DER ANTIKE, Anaconda Verlag, Köln 2010, die Seiten
322 + 493.

Fraulautern – Stolperstein- Verlegung

 Für das Jahr 2023 ist durch das Kulturamt der Stadt Saarlouis eine weitere Aktion Stolpersteine geplant. Die Verlegung der Steine war für den Mai vorgesehen und daher mussten alle Daten der vorgeschlagenen Opfer bis Februar vorliegen. Die Opfergruppen umfassen Juden Sinti, Roma, Politische Gegner, Deserteure, Kriegsdienstverweigerer, Zeugen Jehova, Zwangsarbeiter, Christen/Pastore/Ordensleute, Homosexuelle und Behinderte (Euthanasie).

Durch die Untersuchungen, die Hans Peter Klauck bereits für sein Buch Juden in Saarlouis durchgeführt hat, lagen mit Hilfe des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Fraulautern e.V. die Informationen bezüglich der Fraulauterner Familie Schloss und Wolf bereits vor. Da der Verein für Geschichte und Heimatkunde Fraulautern mit Hilfe des Neffen der Annemarie Speth die Lebensdaten auch dieses Opfers des Nationalsozialismus zusammentragen konnte, fiel die Wahl des Arbeitskreises Stolpersteine für die Verlegung sämtlicher Steine 2023 einstimmig auf Fraulautern.

Am 11. Mai zwischen 9:00 Uhr und 10:30 Uhr wird die Verlegung von 7 Stolpersteinen in Anwesenheit von Herrn Demnig stattfinden. Es handelt sich um die Standorte Rodener Straße/ Parkplatz für die Familie Wolf, Hülzweiler Straße 5 für Annemarie Speth und Ulmenstraße 10 für die Familie Schloss.  Ein kleines Rahmenprogramm bei der Verlegung wird von Schülern und Schülerinnen der Martin-Luther- King-Schule übernommen. Wir würden uns sehr um eine zahlreiche Teilnahme freuen.

(Foto: Archiv Guido Fontaine, Hans Peter Klauck)

Rodener-/Ecke Lebacher-Str. – die jüdische Familie Wolff- Schwarz

Die Familie Wolff-Schwarz kam 1902 nach Fraulautern, Josef Wolff arbeitet als Viehhändler, was ihm den Spitznamen „Geissen Wolff“ einbrachte. Seine Frau Bertha stammte aus der Pfalz. In der Reichsprogrom-Nacht 9.11.1938 wurde das ältere Ehepaar in ihrem Haus überfallen, es kam zu Misshandlungen und ihre Möbel wurden zerstört.1938 verkaufte das Ehepaar das Haus mit Hofraum und Garten. Sie flohen anschließend zu ihrem Sohn nach Großbritannien. Ihr Sohn Arthur war Chemiker in Oranienburg und bedingt durch die Repressionen durch die Nationalsozialisten war er bereits 1938 nach Manchester emigriert.

(Foto: Archiv  Georg Speth) 

Hülzweiler Straße 5 – Annemarie Speth

Annemarie Speth wurde am 9.2.1925 in Fraulautern geboren. Sie war ein fröhliches großgewachsenes Mädchen, gesund und impulsiv, ein Mädchen, das aufgrund einer Zangengeburt leicht behindert war. Sie besuchte die Grundschule Fraulautern, hatte allerdings eine Lernschwäche. Auf Betreiben des Kreisgesundheitsamt Saarlouis wurde Annemarie in den St. Vincentsstift in Rüdesheim-Aulhausen gebracht und bliebt dort bis 1937, kam dann zurück zur Familie nach Fraulautern. Sie war kurz, auf Veranlassung des Reichskommissar für das Saargebiet, auf den Kalmenhof in Idstein wurde aber nach zwei Monaten bereits wieder nach Hause entlassen. 1939 wurde die gesamte Familie nach Nordhausen/Thüringen evakuiert. In der Evakuierung wurde das Mädchen von der Familie getrennt und in das psychiatrische Landeskrankenhaus Uchtspringe/ Sachsen-Anhalt eingewiesen. Von dort wurde sie in die Tötungsanstalt der Heil- und Pflegeanstalt Bernburg gebracht, wo sie am 31.1.1941 ermordet wurde.

(Foto: Archiv Guido Fontaine, Hans Peter Klauck)

Ulmenstrasse 10 – Familie Schloss- Mann

Die Familie Schloss- Mann betrieb Ecke Großer Markt/ Französische Straße ein Schuhgeschäft und eine Damen- und Herrenkonfektions- Manufaktur. Max Schloss war 1911 inaktives Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr Saarlouis und diente als Vize-Feldwebel im I. Weltkrieg. Max Schloss verkaufte das große Geschäftshaus und zog in ein kleineres Ladenlokal am Großen Markt hier wohnte er auch mit seiner Frau und Sohn Julius. Nach der Angliederung des Saargebietes an das Reich 1935 wurde auch hier der Druck der Nationalsozialisten grösser, so dass die Familie gezwungen war, die Innenstadt zu verlassen und zogen am 1.9.1937 nach Fraulautern. Auch sie wurden Opfer der Reichsprogrom- Nacht. Im Rahmen der Evakuierung 1939 flüchtete die Familie nach Offenbach und lebte dort in ständiger Angst vor der Deportation. Am 12.2.1943 wurden Max und seine Frau Clothilde ins Konzentrationslager Theresienstadt transportiert. Es gelang ihnen auf einen Transport ins Exil in die Schweiz zu gelangen, wo sie 1947 Dauer- Asyl in St. Gallen erhielten. Ihr Sohn Julius war Musiker wurde nach der Reichsprogrom-Nacht verhaftet und ins KZ Dachau gebracht. Ihm gelang die Flucht und er konnte nach Shanghai entkommen und später in San Francisco und New Jersey leben. Sein musikalischer Nachlass befindet sich heute in der McGill Universität Montréal Kanada.

Heinrich Pütz: 90 Jahre und kein bisschen müde

Heinrich Pütz aus Beaumarais hat vor kurzem seinen 90. Geburtstag gefeiert. Der rüstige Rentner blickt auf ein bewegtes Leben zurück: Kriegskind, Heimatforscher, Unternehmer, Erfinder, Autor, Buxbaumzüchter, 2. Vorsitzender des Vereins für Mundart und Geschichte Beaumarais und vieles mehr. Und er hat noch viel vor!

Zur Homepage des Vereins für Mundart & Geschichte Beaumarais

Bericht Saarbrücker Zeitung vom 09.01.2023

09.01.2023 SZ Pütz